BORG Mistelbach

„Wer hat Recht auf Stadt / Raum?“ 

Projektbericht „WONDERLAND“ Mit Mary Sarsam & Jakob Grabher (Verein Wonderland) 

Der mehrtägige Workshop untersuchte, wie die Schüler:innen öffentlichen Raum nutzen, gestalten und sich aneignen können. Ausgangspunkt war die Frage, wem Stadt und Raum gehören und wie temporäre Architektur neue Möglichkeiten der Nutzung eröffnet. Daraus entstand das Projekt SCHULWAGEN – ein mobiler, wandelbarer Raum für Gemeinschaft, Spiel, Diskussion und Rückzug. 

Ziele 

  • temporäre Räume für Gemeinschaft, Diskussion, Spiel, Tratsch und Entspannung schaffen 
  • Bewusstsein für Aneignung von öffentlichem Raum stärken 
  • gemeinsam ein mobiles Raummodul entwerfen und bauen 
  • Raumgestaltung als kollektiven Prozess erfahrbar machen 

Ablauf in drei Phasen 

1) Einführung & Ideensammlung (26.3.) 

Die Gruppe beschäftigte sich mit dem Recht auf Stadt und der Frage, was Aneignung bedeutet. In Kleingruppen wurden 1×2‑m‑Mini‑Räume entworfen, um Bedürfnisse sichtbar zu machen. Erste Anforderungen an den Wagen entstanden: 

  • gemütlich, leicht blickgeschützt 
  • mobil, klein genug für Türen & Aufzug 
  • Sitzmöglichkeiten, Spielesammlung 
  • Holz & Recyclingmaterialien als Hauptmaterialien (alte Verkehrsschilder) 
  • herausnehmbare Elemente 

2) Entwurf  

Aus einer Symbiose aller Ideen wurde vom Architekten Jakob Grabher ein umsetzbarer Entwurf entwickelt.  

Der Wagen sollte: 

  • flexibel nutzbar sein 
  • im Schulhaus auf allen Etagen nutzbar sein 
  • durch Türen und in den Aufzug passen 
  • Stauraum, Sitzmodule und Raumtrennmöglichkeiten enthalten 
  • drinnen und draußen funktionieren 
  • einladende, temporäre Räume schaffen 

3) Bau & Test im öffentlichen Raum (23.4.+7.5.) 

Der Wagen wurde gemeinsam gebaut und anschließend an verschiedenen Orten in und um das Schulhaus getestet und machte Aneignung praktisch erfahrbar. 

Der Wagen hat das Potential künftig als, Pausenraum, Gesprächsinseln, Spielort oder eventuell sogar mobiles Klassenzimmer genutzt werden. Er wird von Schüler:innen verwaltet und somit ein Testfeld für gelebte Partizipation im Rahmen Schule.  

„Und das war’s! Projectspace in Mistelbach ist fertig: Über 30 umfunktionierte Straßenschilder, drei volle Tage Design- und Bau-Workshops mit Jakob und den Schüler*innen, ein paar zusätzliche Tage, in denen Jakob alle notwendigen Zwischenschritte mit viel Einsatz erledigte, viele Fahrten zu Leuten, die Materialien gespendet haben (sowie zu Obi 😉) die Unterstützung von Karen Krall, die diese Kunstklasse unterrichtet, und die 19 Schüler*innen der 7Bb, die mitgeholfen und etwas entworfen haben, das sie sich gewünscht haben. Fünf Schlüssel wurden unter den Schüler*innen verteilt und wir sind gespannt, wofür sie diesen Wagen nutzen werden. Der Wagen ist mobil und wird vorerst im BORG gelagert. Wir hoffen jedoch, dass die Schüler*innen damit experimentieren und mit ihrem ganz eigenen kleinen Wagen, der über viele kleine Bänke, Hocker, Tische und Stauraum verfügt, den öffentlichen Raum einnehmen. Wir haben ihn mit einigen Spielen, einem Erste-Hilfe-Kasten sowie Tassen und Tellern für Picknicks ausgestattet. Die Schüler*innen haben ihre eigenen Kissen genäht und wir haben Decken und einige andere Dinge hinzugefügt, die es gemütlicher machen. Dieses Projekt war das Ergebnis der Architektur-Workshops, die von Wonderland im Dezember 2025 organisiert wurden. Die Erkenntnis, die wir aus den drei Tagen mit Jakob Grabher, dem Duo Fabian Partoll, Jan Niklas Schopf sowie Anne Kalthöner und Lucien Schmidt-Berteau gewonnen haben, ist von entscheidender Bedeutung: Um festzustellen, wo der beste Standort für einen neuen Jugendraum in Mistelbach wäre, sollten Pop-ups an verschiedenen Orten ausprobiert werden. Dabei ist es wichtig, das Objekt gemeinsam mit den Jugendlichen zu gestalten. So stellen wir sicher, dass sie sich damit identifizieren und es als ihr eigenes beanspruchen. Dies führte zur Entwicklung des Workshop-Formats mit der BORG-Schule, zur Einladung an Jakob, den Entwurfs- und Bauprozess mitzugestalten und zu moderieren, sowie zum daraus resultierenden Pop-up-Jugendraum.“ (Mary Sarsam)